Niemand hat vor, eine Mauer zu bauen! …

… Ein schicker Zaun tuts doch auch.

–> http://www.faz.net/-gq4-86a9s

Klingt irgendwie nach einem metallgewordenen Euphemismus. Super finde ich ja den Ausdruck „antiglobaler Schutzwall“ aus jenem FAZ Artikel, was auch der Grund für den folgenden Auswurf darstellt.  Es klingt irgendwie erstmal richtig und irgendwie auch erstmal lustig. Ist aber auch irgendwie falsch.

Eigentlich ist es ja eher ein proglobaler, bzw. ein pro Globalisierung Schutzwall. Hier könnte der Eindruck entstehen, dass der Zusammenhang an den Haaren herbeigezogen wurde.Vielleicht dann, wenn man die Welt, so wie sie ist, als gegeben versteht, und der Meinung ist, dass die Menschen einfach so aus heiterem Himmel oder zu viel Werbung beschlossen haben, nach Westeuropa zu kommen.

Globalität ist eher Folge der Globalisierung. Die Globalisierung funktioniert leider nicht so, wie man es sich ursprünglich vorgestelt hat. Zumindest nicht so, wie sie uns einst verkauft wurde. Es konnte ja niemand ahnen, dass das bedeutet, dass auch Neger Internet und echte Landkarten bekommen. Die Globalisierung müpft eben auf. Vor allem ihre Opfer.

Die Idee der Globalisierung beinhaltet  nicht unbedingt eine generelle, barrierefreie Reisefreiheit für jeden dahergelaufenen Obdachlosen. Das stand nie zur Debatte. Der Zaun beugt lediglich Missverständnissen vor. Globalisierung bedeutet doch nun grundsätzlich erstmal nur, dass ich als fleischgewordener Herrenmensch mit Herkunftsnachweis jedes Recht habe, ahnunglosen Wüstenmenschen, bzw. Menschen, die sich selbst Eingeborene nennen, alles wegzunehmen und dann als „outgesourcte“ Krabbenpuler zu missbrauchen. Bzw. ihnen mit modernsten Mitteln das Futter vor der Nase wegzuschnappen und es am anderen Ende der Welt als Sushi zu verkaufen.

Seid Jahrzehnten wird im Namen der Globalisierung mit billigen Menschen ein haufen Geld gemacht. Margenoptimierung durch Reis statt Lohn, Nachwuch statt Rente und tolerierter Schwund statt Krankenkasse. Undenkbar heutzutage, dass man Sklaven und Herrenmenschen räumlich mischt. Das wäre eine Zumutung für beide Seiten.

Ganz ehrlich. Man raubt ja nicht eine Bank aus, um dann die Beute bei genau dieser Bank wieder anzulegen. Kann ja nicht sein, dass der Neger, dem wir an der Westafrikanischen Küste den Thunfisch klauen, in Japan Sushi essen gehen kann. Nun kommen Neger zum Glück auf natürlichem Wege nicht nach Japan. Und mehr als der natürliche Weg bleibt ihnen ja auch nicht. Aber mit einem wackligen Kanu kommen sie durchaus nach Europa. Wir haben zwar weniger Fische geklaut, aber dafür so ziemlich alles, was wir auf dem Festland finden konnten.

Nichts macht die Welt globaler als die Globalisierung. Die gerät eben dann außer Kontrolle, wenn die Menschen, die unsere I-Phones bauen, plötzlich selbst so ein Ding haben wollen, man ihnen statt dessen aber Waffen gibt und dem Einen sagt, dass der Andere einen Witz über seine Mutter gemacht hat. Anitiglobal sind wohl eher die Flüchtlinge, nicht der Zaun, der sie aufhalten soll.

Anders als der menschenverachtende Kommunismus kann Europa Grenzübertritte nicht durch Selbstschussanlagen, Starkstrom, Minen und Grenzsoldaten mit Schießbefehl unterbinden.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Anders als der menschenverachtende Kommunismus!

Nur ließ sich das Einsperren von Menschen mit der diktatorischen Realität des Ostblocks eben besser in Einklang bringen als das Aussperren von Menschen mit den demokratischen Werten Europas.

Was soll das bedeuten? Was hat das mit demokratischen Werten zu tun? Mag sein, dass wir uns auf nationaler Ebene demokratisch verhalten, aber international gibt es allerhöchstens innerhalb der westlichen Lobby soetwas wie demokratische Werte. Demokratie folgt dem Irrglauben, dass die Mehrheit recht hat, und würde die Mehrheit nach Euthanasie verlangen, wäre das grunddemokratisch, und wäre in diesem Fall nicht wertiger als die diktatorische Realität. Ich denke die Staatsform ist hier nicht entscheidend. Die Marktform gibt da schon eher den Ton an.

So wie ich das sehe, ist so ein Zaun um den gut situierten Teil Europas keineswegs weniger menschenverachtend als eine Mauer mit Selbstschussanlage und Mienen. Vor allem nicht vor diesem Hintergrund. Es stärkt die Gewinner der Globalisierung, und nimmt den Verlierern selbst die Möglichkeit der Flucht aus dieser Höllenfabrik des Kapitalismus.

Die Eckpfeiler der entarteten Globalisierung werden gestärkt. Die globalisierte Industrie als internationale,  omnipotente, politische Allmacht kann sich eine Mischung der Arbeitnehmerverhältnisse nicht leisten. Flucht ist keine Option. Wer sagt, dass wir sie aussperren? WIR SPERREN SIE EIN! In eine Welt in der es dann nur noch zwei Optionen gibt. Bürgerkrieg oder Ausbeutung.

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